Wintersemester 2017/18

Euch erwarten Vorträge und Diskussionen zu folgendem Themen-Bereich:
Ressourcengerechtigkeit

Aufgrund des stetig wachsenden Konsums der Weltbevölkerung, stellt sich die Frage, wie man der steigenden Nachfrage an Ressourcen gerecht werden kann. Denn unsere wachsende Weltbevölkerung benötigt neben Nahrung und Kleidung auch andere Rohstoffe, wie zum Beispiel Metalle oder Erdöl. Welche Möglichkeiten gibt es für Politik und Industrie, die benötigten Ressourcen ohne Konflikte zu fördern und auch gerecht zu verteilen? Wie kann ein fairer Handel mit Ressourcen und ein umweltverträglicher Abbau gewährleistet werden? Wie geht man mit der Endlichkeit der Ressourcen um und gibt es auch Möglichkeiten den Ressourcenverbrauch zu reduzieren? Die Vorträge werden in Kooperation mit INKOTA gestaltet.

Einführung: Die Endlichkeit der Ressourcen – Wohin mit den Wachstumswünschen?

Dozent: Prof. Dr. Felix Ekardt, Vorsitzender BUND Sachsen
Dienstag, 17. Oktober 2017, 19.45 Uhr, WER-1045
Prof. Felix Ekardt thematisiert einleitend in das Thema Ressourcengerechtigkeit, die Ressourcen- und Senkenprobleme wie Klimawandel, Biodiversitätsverluste oder Bodendegradation. Eine drastische Verkleinerung des menschlichen ökologischen Fusabdrucks könnte dem entgegen wirken. Da dafür neben besserer Technik auch genügsamere Lebensstile nötig sind, wird dadurch das alles beherrschende Wachstumsparadigma umfassend herausgefordert. Absehbare Folgeprobleme von Wachstumslosigkeit sind dabei zu diskutieren, etwa für den Arbeitsmarkt.


Wie demokratisch ist Rohstoffpolitik? – Akteure und Spielräume

Dozent: Michael Reckordt, Sprecher des Arbeitskreises Rohstoffe, Experte in internationaler Rohstoffpolitik
Dienstag, 24. Oktober 2017, 19.45 Uhr, WER-1045
Der Vortrag skizziert aus zivilgesellschaftlicher Perspektive kurz die globalen Herausforderungen beim Abbau und geht dann auf die Rolle Deutschlands ein. Welche Bedeutung haben metallische Rohstoffe für Deutschland? Welche Rohstoffstrategie verfolgt die Bundesregierung? Was sind wichtige Akteure, die zum Entstehen dieser Strategie beigetragen haben? Welche politischen Veränderungen bräuchte es für eine global gerechtere Rohstoffpolitik?


Ressourcengerechtigkeit konkret I: Zukunftsfähigkeit von Zukunftstechnologien – Beispiel Lithium

Dozent: Dr. Muruchi Poma, Vorstand von AYNI e. V.
Dienstag, 07. November 2017, 19.45 Uhr, WER-1045
Die Zukunftstechnologien werden aufgrund ihres zu erwartenden Wachstumspotenzials als Hoffnung für unsere Wirtschaft und Gesellschaft gesehen. Die künftige industrielle Nutzung von Zukunftstechnologien und Innovationen brauchen bestimmte Rohstoffe und sind darauf angewiesen. Im Zentrum dieser Veranstaltung steht eine Betrachtung von „kritischen Rohstoffen“ und deren Anwendungsbereiche sowie die sozioökonomischen und ökologischen Folgen, die diese Nachfrage bei dem Abbau in den Ländern des globalen Südens von einigen dieser Rohstoffe auslöst. Gleichermaßen wird die Strategie der Bundesregierung zur Sicherung der Rohstoffversorgung für die Industrie als auch die Möglichkeiten und Handlungsoptionen der Politik und Zivilgesellschaft für eine gerechtere und umweltfreundlichere Rohstoffpolitik vorgestellt.


Ressourcengerechtigkeit konkret II: Rohstoffabbau in der Tiefsee – ein unkalkulierbares Risiko?

Dozent: Jan Pingel, Ozeanien-Dialog, NGO; setzt sich gemeinsam mit pazifischen Initiativen gegen den Tiefseebergbau ein
Dienstag, 14. November 2017, 19.45 Uhr, WER-1045
Tiefseebergbau gewinnt weltweit, aber insbesondere in Ozeanien, rasch an Bedeutung. In den Gewässern vor Papua-Neuguinea soll 2019 Solwara 1, das erste kommerzielle Tiefseebergbau-Projekt, gestartet werden. Der steigende Ressourcenbedarf und die Verknappung von Rohstoffen führen dazu, dass mehr und mehr Staaten und Unternehmen danach streben, auch schwer zugängliche Bodenschätze zu bergen. Exploration, Förderung und Verarbeitung von Rohstoffen gehen oftmals einher mit Umweltzerstörung, Menschenrechtsverletzungen und Konflikten. Der bestehende Rohstoffhunger dieser Welt ist nicht zukunftsfähig. Doch statt eines Umdenkens droht nun die Zerstörung des bisher am wenigsten Ökosystems der Erde: der Tiefsee. Dagegen formiert sich Widerstand: von Umweltschützer/innen, Wissenschaft sowie Nichtregierungsorganisationen, Kirchen und vielen Küstengemeinschaften im Pazifik - der Region der Welt, die am meisten vom Run auf die Schätze der Tiefsee betroffen ist.


Ressourcengerechtigkeit konkret III: Der fossile Energie-Rohstoff Erdöl

Dozent: Peter Donatus
Dienstag, 21. November 2017, 19.45 Uhr, WER-1045
Nicht selten vernichten international agierende Rohstoffkonzerne mit ihren Aktivitäten die Lebensgrundlagen von Menschen im globalen Süden. In Nigeria hat die Ölförderung verheerende Auswirkungen auf die im Nigerdelta lebenden Menschen. Peter Donatus zeigt die ökologischen und sozialen Folgen der Ölförderung in Nigeria auf und zeichnet den Bogen hin zur Diskussion hierzulande rund um sogenannte „Wirtschaftsflüchtlinge“.


Handlungsoptionen I: Hintergründe und Initiativen zur Sorgfaltspflicht und Zertifizierung in der Lieferkette von Rohstoffen

Dozent: Dr. Leopold von Carlowitz, Berater im Sektorprogramm Rohstoffe und Entwicklung von BGR und GIZ
Dienstag, 28. November 2017, 19.45 Uhr, WER-1045


Handlungsoptionen II: Reduce-Reuse-Recycle – Wie reduzieren wir unseren absoluten Ressourcenverbrauch?

Dozent: Antonia Reichwein, Referentin für Ressourcenpolitik bei Germanwatch
Dienstag, 05. Dezember 2017, 19.45 Uhr, WER-1045
Für die Reduktion des absoluten Ressourcenverbrauchs sind verschiedene Schritte nötig: Reduce mit Rethink und Refuse sind zentrale Bestandteile eines verantwortlichen Konsumverhaltens. Auch lebt eine ressourcenschonende Kreislaufwirtschaft von einer langen Nutzung der Geräte, bevor sie recycelt werden: Reuse und Repair. Bei allen diesen „R“s liegt die Verantwortung bei Verbrauchern, Handel, Herstellern und Politik.


Handlungsoptionen III: Kampagnen, Aktionen und Forderungen zivilgesellschaftlicher Organisationen

Dozent: Christian Wimberger
Dienstag, 12. Dezember 2017, 19.45 Uhr, WER-1045
Kampagnen, Aktionen und Forderungen zivilgesellschaftlicher Organisationen Im Vortrag wird es um die Forderungen und die Arbeitsweise entwicklungspolitischer Organisationen zur Rohstoffpolitik gehen. Zunächst soll anhand konkreter Fälle gezeigt werden, wie Organisationen mit sozialen Bewegungen im globalen Süden zu Menschenrechtsverletzungen im Rohstoffsektor zusammenarbeiten. Außerdem wird die zivilgesellschaftliche Bündnisarbeit für eine alternative Rohstoffpolitik in Deutschland und Europa vorgestellt. Am Ende werden wir über verschiedene Aktionsformen diskutieren.


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